Analog und digital: Warum alle Spiele wichtig sind

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Ein Kind baut eine Fantasiewelt aus Bauklötzen, ein anderes baut sie am Bildschirm. Zum Weltspieltag an diesem Donnerstag (11. Juni) rückt das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) genau diesen Gedanken in den Mittelpunkt: «Spielen verbindet - auch digital». Damit ist nicht gemeint, dass Kinder nun eine Art Freifahrtschein für unbegrenztes Gaming an Konsole, Tablet oder Smartphone haben. Aber: Digitale Spiele sind längst Teil der Lebenswelt vieler Kinder und Jugendlicher, so das DKHW - und damit auch ein Thema, bei dem Eltern nicht nur begrenzen, sondern verstehen und begleiten sollten.
Eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks unter 1.027 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren zeigt: 58 Prozent spielen fast täglich digitale Spiele, 23 Prozent mehrmals pro Woche. Besonders wichtig ist vielen dabei nicht nur das Gewinnen. 53 Prozent gefällt, dass sie eigene Ideen umsetzen und etwa Welten, Häuser oder Figuren bauen können. 48 Prozent mögen es, in andere Welten einzutauchen und Neues zu entdecken.
Begleitung, Regeln - und Freiraum
Für Eltern heißt das: Nicht jedes Game ist Zeitverschwendung. Das Familienministerium verweist darauf, dass digitale Medien den Alltag von Kindern und Jugendlichen prägen - und Eltern vor der Frage stehen, wie sie Smartphone, Konsole, Apps und soziale Netzwerke altersgerecht und sicher begleiten können. Ein guter Einstieg kann sein, sich Spiele zeigen zu lassen:
- Was macht daran Spaß?
- Mit wem wird gespielt?
- Was ist knifflig, was vielleicht stressig?
Denn Begleitung bleibt wichtig. Das Kinderhilfswerk betont, dass Games Potenziale haben, aber auch Risiken, vor denen junge Menschen geschützt und über die sie aufgeklärt werden müssen. Praktisch bedeutet das:
- altersgerechte Spiele auswählen - Aktionstags-Schirmherrin Dorothee Bär verweist auf die Altersangaben der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) und erklärt, dass Eltern und Großeltern wissen sollten, dass es die aus guten Gründen gibt: «USK 16 bedeutet nicht, dass es toll ist, wenn ein Zehnjähriger schon ein 16er-Game spielen kann - das ist vielleicht anders als beim Puzzle.»
- über In-App-Käufe, Chats und Online-Kontakte sprechen
- klare Absprachen zu Spielzeiten treffen - und diese nicht erst im Streit aushandeln
Gleichzeitig ersetzt digitales Spielen nicht das freie Spiel im Zimmer, im Hof, im Park oder auf dem Spielplatz. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) beschreibt Spielen als Grundbedürfnis von Kindern: Dabei entwickeln sie körperliche und geistige Fähigkeiten, üben Koordination und Gleichgewicht, lernen mit Gefühlen umzugehen und sammeln soziale Erfahrungen. Besonders wertvoll ist freies Spiel, also Spielzeit, die nicht komplett von Erwachsenen vorgegeben oder pädagogisch durchgeplant wird.
Draußenzeit auf jedem Level
Eltern müssen also nicht ständig Programm machen. Im Gegenteil: Kinder brauchen Freiräume und dürfen auch mal anders spielen, als Erwachsene es sich vorstellen. Kleine Impulse reichen oft: Kartons, Tücher, Stöcke, Wasser, Kreide, ein Ball - oder ein Umweg durch den Park auf dem Weg zum Supermarkt. Laut BIÖG kann schon das Balancieren auf Mauern, Klettern auf eine Bank oder Springen über Pfützen Mut und Selbstvertrauen stärken - und kann auch Erwachsenen noch oder wieder Spaß machen.
Wichtig ist die Balance aus Freiraum und Schutz. Eltern sollten nicht bei jedem kleinen Risiko sofort eingreifen, damit Kinder lernen, Gefahren einzuschätzen. Zugleich müssen für kleinere Kinder echte Gefahren begrenzt werden: Wasserstellen, Gartengeräte, giftige Pflanzen, starke Sonne und Hitze etwa.
Vielleicht ist der Weltspieltag auch ein guter Anlass für eine einfache Frage an Kinder: Was möchtest du heute spielen? Die Antwort darf draußen liegen, auf dem Teppich - oder eben auch mal auf dem Bildschirm.
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(11.06.2026)
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